Impressionen von der Vernissage im Artforum Salzburg – März 2022.

Die Vernissage meiner Ausstellung im Artforum Salzburg war ein rundum gelungener Event und hier sind einige Impressionen davon.

Gerade rechtzeitig vor der Vernissage fiel die Maskenpflicht und sonstige Einschränkungen. Zumindest für eine kurze Zeit. Das erleichterte mir einiges auf der organisatorischen Ebene (keine G-Kontrollen am Eingang und Anwesenheitslisten). So war diese Vernissage um einiges entspannter als diejenigen in den Monaten davor. 

Petra Brandstätter bereicherte die Vernissage mit mehreren selbst-geschriebenen Liedern im Dialekt und einigen instrumentalen Einlagen. Ihre Texte verbreiteten „Frühlingsgefühle“ und regten zum Nachdenken an. 

Mag. Nanna Peter begrüßte die Gäste in Vertretung des Obmanns Ernst Flatscher, der krankheitsbedingt verhindert war. 

Mag. Michaela Helfer präsentierte eine äußerst interessante Laudatio. Zitate daraus habe ich bereits in einem Beitrag veröffentlicht.

Die Künstlerin (ich) teilte einige Gedanken zur Rolle der Kunst, wenn die von einem Krieg verursachen Leiden uns schwer beschäftigen. Mehr dazu weiter unten.

Ein herzliches Dankeschön meinen Helfern, die für das leibliche Wohl gesorgt haben. Nach einer längeren Pause konnten wir wieder einmal Getränke und Knabberei anbieten. 

 

Fotos und Videos

Madelaine Worliczek (Mitglied vom Artforum Salzburg) war so freundlich, die Veranstaltung mit Fotos und Videos zu dokumentieren. Und genau diese möchte ich hier mit Ihnen teilen. Alles Fotos und Videos sind © Madelaine Worliczek. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Nachlesen

Im folgenden ein Auszug aus meinen einleitenden Worten, in denen ich auf den Krieg in der Ukraine Bezug nehme. Petra Brandstätters Lied „Des Lebn get waida“ war eine sehr passende Einleitung dazu.

Einleitende Worte

Als ich Am Montag die erste Ladung Bilder nach Salzburg gebracht habe, wusste ich nicht, wie ich die Vorbereitungen für diese Ausstellung bewältigen soll. Die Situation in der Ukraine hat mich sehr mitgenommen. Und dann habe ich „zufällig“ auf dem Heimweg in einem Podcast folgende Geschichte gehört (Niederschrift und Übersetzung aus dem Englischen von mir):

Es gibt die Geschichte über den Mann, der als der Cellist von Sarajevo bekannt wurde, Vedran Smajlovic, der 22 Tage lang zwischen Mai und Juni 1992 während der Belagerung von Sarajevo spielte, nachdem eine Mörsergranate 22 Menschen getötet hat, die sich um Brot anstellten.

Er war der erste Cellist des Philharmonischen Orchesters von Sarajevo und er nahm sein Cello mit in den Krater, den die Bombe hinterlassen hat, und begann, ein Adagio (Tomaso Albinonis Adagio in G-Moll) zu spielen, und das jeden Tag, 22 Tage lang.

Seine Musik hat die Schießerei und die Belagerung nicht gestoppt, der Beschuss ging weiter, aber 22 Tage lang blieb die Welt stehen. Sie blieb nicht stehen, weil die NATO einen neuen Plan entwickelt hat; sie blieb nicht stehen, weil jemand mit größeren Waffen daher kam; sie blieb stehen, weil Schönheit inmitten von Chaos zur Schau gestellt wurde, inmitten einer grauenvollen Entwicklung, von etwas was entsetzlich schief gelaufen war.

Und so ist es für uns, wenn wir Schönheit inmitten unserer Traumata und Verwundungen sehen. Wenn wir lernen unsere eigenen und die Verwundungen anderer liebevoll zu betrachten und auszuhalten, anstatt wegzuschauen.

Das hat mir geholfen inmitten den unglaublichen Ereignissen in der Ukraine mit den Vorbereitungen für diese Ausstellung weiter zu machen.

Zitat von Picasso

Kunst ist dazu da, um den Staub des Alltag von unseren Seelen zu waschen.

Kunst und Schönheit, genauso wie Gebet und Gottes Nähe, helfen uns in schwierigen Zeiten wie diesen. Das ist nicht im Widerspruch zu den schrecklichen Ereignissen. Es hilft uns, auch in schwierigen Zeiten weiter zu machen und die Hoffnung nicht zu verlieren.

„Des Lebn get waida“ – in einer Spannung zwischen Schönheit und Zerbrochenheit. Das ist ja auch das Unterthema der Ausstellung. Die Schönheit der Farben und die Brüche in der Strukturmasse. Das war auch das Thema in dem Podcast – wie wir einander helfen können in unserem Heilungsprozess, wenn wir mit liebevollen Augen die Wunden und die Zerbrochenheit des anderen betrachten, und nicht wegschauen, und nicht weglaufen. Schönheit und Zerbruch – das ist die Spannung heute hier und in uns.

(Erklärung, dass ich 50% der Einahmen des Abends an die Caritas schicken werde, die schon seit 30 Jahren in der Ukraine arbeitet und sich auch um die Erstversorgung der Flüchtlinge in Österreich kümmert.)

Zum Schluss noch ein Zitat von Unbekannt:

Du solltest jetzt erschöpft sein. Du darfst jetzt erschöpft sein. Diese Erschöpfung ist die Bestätigung dafür, dass dein Herz noch richtig arbeitet.

 

Weiterlesen:

Auszüge aus der Laudatio im Artforum Salzburg

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